Archive for category Technik, die begeistert

Change we can believe in!

Ich habe habe eine ganze Weile lang VMWare Server benutzt, um Testumgebungen für Scalix und Zimbra Installationen zu haben. Nun hat VMWare den Sprung auf Version 2.0 gemacht und dabei einiges geändert. Die auffälligste Veränderung ist, dass vmware-server-console verschwunden ist. Stattdessen wird VMWare-Server jetzt über ein schnarchlangsames, umständliches Webinterface bedient, in dem auch jeweils die Konsole, also der direkte Blick auf die Bildschirmausgabe der VM, gestartet wird. Der Nervfaktor war so hoch, dass ich mich mal wieder an VirtualBox erinnert habe.

Inzwischen habe ich meine VMs alle auf VirtualBox umgestellt und bin bisher sehr angetan. Vor einigen Tagen ist einer meiner VMs der Platz ausgegangen, so daß sich spontan die Frage stellte "Wie vergrößere ich eigentlich eine VirtualBox-Disk?". Die Antwort ist "Gar nicht"! Mit VMWare genügte ein vmware-vdiskmanager -x <new size> my-o-so-small-disk.vmdk. VirtualBox hat diese Möglichkeit als offenen Featurerequest geloggt. Bleibt also vorerst nur der Weg über eine zweite Disk, und zwar so:

1. Im Virtual Disk Manager die alte Disk myDisk.vdi aus der VM, zu der sie gehört lösen und anschließend entfernen (aber nicht löschen, sondern nur freigeben)

2. Die Datei myDisk.vdi umbenennen in myDisk-old.vdi und eine neue Disk in der gewünschten Größe erzeugen. Sobald beide Disks wieder im Virtual Device Manager registriert sind, beide in die VM einbinden.

3. Die VM mit der GParted Live CD booten und den Inhalt der alten Disk auf die neue übertragen. Dazu in einem Terminal dd if=/dev/sdb of=/dev/sda ausführen. if (InputFile) ist die alte Disk, of (OutputFile) ist die neue Disk. Hierbei aufpassen, denn wenn man if und of verwechselt löscht man effektiv seine alte Disk. Anschließend hat man alle Partitionen der alten Disk auf der neuen und zusätzlich den freien Platz am Ende der Platte.

4. Mit GParted die Partition nach hinten vergrößern und anschließend das darin enthaltene Dateisystem resizen. Seltsamerweise sorgt GParted nicht selber dafür die neue Partitionsstruktur dem Kernel bekanntzugeben, so daß ich immer noch partprobe aufrufen musste, bevor ich mit dem resizen weitermachen konnte.

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The iLiad has landed

Seit letztem Mittwoch bin ich stolzer Besitzer eines iRex iLiad. Ich fand ebook-Reader schon seit einer Weile interessant und habe mich ja vor einiger Zeit darüber ausgelassen, was ich von Amazons Kindle halte (Executive Summary: “Bäh”). Am Ende findet dort auch der iLiad, den ich für den besseren ebook-Reader halte Erwähnung. Der hohe Preis und die Tatsache, dass ich noch nie (irgend)einen ebook-Reader live gesehen und selber in den Fingern gehabt habe, haben dafür gesorgt, dass ich bisher lieber noch keinen kaufen wollte.

Nun hat sich allerdings Kollege Chris am Ende seines Urlaubs einen Sony PRS-505 zugelegt und den gleich ins Büro mitgebracht, so daß ich endlich mal ein Gerät live sehen konnte. Wir hatten uns schon häufiger über ebook-Reader unterhalten, sind aber beide immer vor der Anschaffung zurückgeschreckt weil das eben alles noch in einer sehr frühen Phase zu sein schien. Und jetzt hat Chris eben den “Early Adaptor Sprung” gemacht und einfach mal einen Sony zum ausprobieren gekauft. Das e-paper Display und die Umblättergeschwindigkeit haben einen guten Eindruck gemacht und so war ich dann doch wieder sehr interessiert an dem Thema und hab am letzen Wochenende nochmal rumrecherchiert. Mittlerweile gibt es den iLiad auch in einer 100 Euro billigeren Book-Edition. Der Unterschied zum normalen iLiad ist, dass diese Version mit 50 ebooks daherkommt (die man allerdings allesamt auch bei Project Gutenberg, Feedbooks.com oder manybooks.net bekommen dürfte) und kein eingebautes WLAN hat.

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The roof is on fire!

Amazon KindleBei Amazon scheint tatsächlich das Dach zu brennen. Anders kann ich mir nicht erklären warum man im Jahr 2007 ein Gerät herausbringt, das aussieht wie das letzte Modell des VEB Robotron auf der Leipziger Messe von 1978. Wegen seiner steilen Optik wird den Kindle sicher niemand kaufen.

Nun sagt man ja gewöhnlich den optisch weniger ansprechenden Exemplaren einer Art nach sie hätten “einen guten Charakter” oder wenigstens “innere Werte”. Aber auch diese Illusion zerstreut der Kindle sehr schnell, den im Grunde genommen ist er nur ein Amazon-shopping-Device”, das schamlos seinem Herrn und Meister (damit ist natürlich Amazon gemeint, Sie dachten doch nicht etwa Sie hätten dabei was zu sagen) alles mögliche über seinen Besitzer weitererzählt:

Information Received. The Device Software will provide Amazon with data about your Device and its interaction with the Service (such as available memory, up-time, log files and signal strength) and information related to the content on your Device and your use of it
(such as automatic bookmarking of the last page read and content deletions from the Device). Annotations, bookmarks, notes, highlights, or similar markings you make in your Device are backed up through the
Service. Information we receive is subject to the Amazon.com Privacy Notice.

Amazon Kindle: License Agreement and Terms of Use

Mark Pilgrim hat in The Future of Reading (A Play in Six Acts) die Marketingblase sehr pointiert zum Platzen gebracht. Genauso wie Sony zeigt Amazon, dass Contentprovider keine Geräte zum Anzeigen des Contents herstellen sollten. Letztlich überwiegt doch immer die Gier den Rezipienten so eng wie möglich an sich zu binden, ihm den Content nur unter sehr eng gefassten Bedingungen zur Verfügung zu stellen, dafür möglichst oft zu kassieren und jederzeit den Content zu kontrollieren.

Aber vielleicht wäre ja ein Kindle immer noch als ebook-Reader zu gebrauchen, wenn man ihn selber befüllt und Amazons mobilen Verkaufstresen aussperrt? Blöd nur das der Kindle keine PDFs darstellen kann. Dafür kann er TXT, HTML und Word-Dokumente darstellen…

…nachdem man sie in sein eigenes Format konvertiert hat. Man kann diese Dokumente auch per Mail an Amazon schicken, wo sie dann gegen eine (derzeit noch) geringe Gebühr konvertiert werden.

Es bleibt also wohl erstmal weiter dabei, dass der einzige ernsthafte Versuch eines ebook-Readers der iRex iLiad ist. Man beachte “Versuch”, denn auch der iLiad hat, neben seinem sehr hohen Preis, noch mehr als genug Unzulänglichkeiten.

Und so möchte ich meine Ausführungen über den Kindle mit den unsterblichen Worten der Bloodhound Gang schliessen:

The roof the roof the roof is on fire
We don’t need no water let the motherfucker burn
Burn motherfucker burn

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Mehr Premium-Content: Team Fortress 2 Test

In einer beispiellosen Häufung von brillianten Artikeln kommt nun, nur einen Tag nach dem letzten Meisterwerk, der nächste Spieletest von Paul “the Gaul” Kloss. Für die Historiker sei hier noch der Testvorlauf veröffentlicht.

K-Man!

> >Geil, ein Spieletest. Darf ich den im Blog veröffentlichen?
>
> Klar!

Supi! Artikel ist raus. Ich hab da mal kurz versprochen, dass Du auch noch einen Testbericht zu TF2 schreibst. Das ist doch kein Problem für Dich oder? Bitte 5000 Anschläge bis morgen Nachmittag, du alte Rampensau!

[...]

Setz Dich schonmal an den Artikel. Damit werden wir reich! Du schreibst unglaublich viele Spieletests, die alle damit anfangen, dass Du nackt aus der Schule kommst.
Weil…
Weil…
Das ist Dein Erkennungszeichen: Der nackte Spieletester! Und ich stelle die immer ins Blog und beschimpfe alle, die Kommentare zu den Tests verfassen. Und in drei Monaten kauft uns irgendwer (am besten Google oder das Dorumer Tageblatt) für ein paar Millionen und dann sind wir reich!

Hossa!

Einem kritischen, genauesten, unparteiischen, unvoreingenommenen, unbezahlten Test wurde diesmal Team Fortress 2 unterzogen.

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Half Life 2 Episode Two: Erster Test

Heute ist Half Life 2 Episode Two in der Orange-Box erschienen und dank Grandmaster Paul “the infamous Irgendwas” Kloss gibt es hier einen ersten Test zu lesen. Paul hat am Beta Test teilgenommen und spielt schon seit Samstag Team Fortress 2 (Test hierzu in einer der folgenden Ausgaben, demnächst an Ihrem Kiosk, bitte schicken Sie noch kein Geld, rufen Sie nicht an, wir rufen Sie an), konnte sich aber heute kurz davon losreissen um HL2EP2 anzutesten und diese Zeilen zu schreiben:

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Informiert Wolfgang!

I want you for STASI 2.0Und hier eine neue, brilliante Idee, die beweist, dass jede/r einen Beitrag zum sicheren Staatswesen leisten kann!

Die Idee ist einfach: Statt Milliarden für immer neue Überwachungstechniken auszugeben, überwachen wir uns einfach gegenseitig und teilen unserem Herrn Obersturmbinnenminister unsere Beobachtungen mit. Der Amerikaner hat auch schon solche Ansätze entwickelt (http://twitter.com/), aber zu effizienter, massentauglicher Reife findet dieses Konzept erst hier, durch einen zentralisierten Ansatz. “Der Überwachungsstaat ist ein Meister aus Deutschland” möchte man da fast sagen. Die Mamutaufgabe der totalen Überwachung ist einfach nur zu schaffen, wenn jeder anständige Deutsche mit anpackt! Darum: Reih Dich ein! Sei dabei! Melde auch Du Deine Beobachtungen dem Herrn Minister für innere Staatssicherheit.

Hinter vermeintlich banalen, alltäglichen Vorkommnissen kann sich das hässliche Gesicht eines Volksschädlings verbergen. Der ausländisch aussehende Mitmensch, der einen guten Tag wünscht wiegt einen vielleicht nur in Sicherheit um seinen Sprenggürtel zünden zu können. Die Mutter mit dem Kinderwagen transportiert vielleicht in Wirklichkeit einen als Splitterbombe präparierten Feuerlöscher. Der bunthaarige Jugendliche plant vielleicht ein Grafiti an die nächste Wand zu schmieren. Denk dran: Du bist Deutschland!

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Neues Spiel, neues Glück: Serendipity

Die Muse Serendipity (Selma Hayek)Nachdem ich nun schon eine ganze Weile neugierig mit Serendipity geliebäugelt habe, hat es mich gestern abend gepackt und ich habe mich ans Umstellen gemacht. Bisher ist die Begeisterung hoch. Zwar sieht s9y auf den ersten Blick an einigen Stellen schlichter, einfach “weniger” aus als WordPress, aber zum einen empfinde ich das als ganz wohltuend und zum anderen ist s9y gewolltermaßen ein Kern, der mit PlugIns erweiterbar ist. Rein optisch wirkt der Adminbereich auf mich deutlich weniger überladen als WordPress.

Sehr praktisch ist, dass s9y die Daten aus einem WordPress Blog importieren kann. Etwas unpraktisch war, dass es mir nicht gelungen ist dabei heile Umlaute zu erhalten. Da ich aber bisher ja nicht gerade Berge von Artikeln geschrieben habe, hielt sich der Aufwand das zu fixen in Grenzen.

Ich bin also bisher sehr zufrieden! Ausserdem ist der Herr obnox jetzt nicht mehr der einzige, der ganz cool und individualistisch was anderes als das in unserer Peer-Group sehr beliebte WordPress benutzt :-) .

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Neue Version von get-recent-comments

Krischan hat sein sowieso schon extrem nützliches WordPress-Plugin get-recent-comments aufgebohrt: Die neue Version ist "widgetized"!

Widgets ist ein Plugin, mit dem man andere Plugins per Drag-n-Drop in der Sidebar ablegen kann. Damit entfällt das manuelle einfügen von Codeschnipseln. Und genau das geht jetzt auch mit meinem Lieblings-Plugin!
Also: Runterladen! Ausprobieren! Lächeln! Dankeschön sagen!

Dankeschön!

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Rock my world baby!

RockboxVor ein paar Tagen habe ich gesehen, dass Kollege Stefan eine Taschenjukebox von Archos hat und ihm von diesem tollen Projekt erzählt, dass eine freie Firmware für den Archos entwickelt: RockBox

Ich hatte vor einer ganzen Weile mal in den Linux Weekly News darüber gelesen und freudig festgestellt, dass es dort auch eine Version für den IRiver (praktisches Gerät, kann neben dem üblichen mp3 auch ogg abspielen, deshalb war das für mich das Gerät der Wahl) gibt. Der IRiver-Port war damals allerdings noch nicht so weit, dass man damit die Original-Firmware wirklich hätte ersetzen können und so ist das in meinem Gedächtnis irgendwo in tiefere Sedimentschichten abgetaucht.

Stefan konnte leider gar nichts mit RockBox anfangen, weil sein Archos so neu ist, dass er noch nicht unterstütz wird. Allerdings ist RockBox durch diese Episode wieder aus den Tiefen meiner Erinnerung auf die vorderen Plätze gelangt und schließlich am 24. Dezember etwa 45 Minuten bevor ich mich auf den Weg zum Familienweihnachtsfest machen musste in der ersten Reihe angekommen. Das ist natürlich genau der richtige Zeitpunkt um seine Hardware einer Prozedur zu unterziehen, die
sie potentiell in einen Briefbeschwerer verwandelt.

Der Port für die IRiver 100er Serie (iRiver H110/H115/H120/H140) ist inzwischen noch nicht fertig (im Sinne von “feature-complete”) aber richtig benutztbar. Die 300er Serie (River H320/H340) ist “work-in-progress” und es gibt sogar Arbeiten an einem iPod Port.

RockBox auf einen IRiver zu bringen ist so einfach, dass man es sogar Heiligabend kurz vor der Familienfeier machen kann. Der einfachste Weg ist unter Windows mit dem Firmwarepatcher von RockBox ein Originalfirmwareimage des Herstellers zu patchen, es auf den IRiver zu transferieren und im IRiver den Menüpunkt “Firmwareupdate” auszuwählen. Damit hat man seinem IRiver einen Bootloader verpasst, der auf der Festplatte nach der RockBox-Firmware sucht und diese lädt. Falls er keine RockBox-Firmware findet, bootet er die Originalfirmware. Wir haben jetzt also einen “DualBoot-IRiver”.

Selbst wenn man statt RockBox lieber die Originalfirmware benutzen möchte (warum auch immer…) gibt es gute Gründe den Bootloader auf jeden Fall zu benutzen. Die Originalfirmware bootet erst, nachdem sie die Festplatte geprüft hat. Falls das aus irgendeinem Grund schief geht bootet das Gerät nicht. Mit dem RockBox Bootloader wird das Gerät jedoch vom Bootloader selbst sofort in den USB-Modus versetzt falls beim starten das USB-Kabel steckt. Damit eröffnen sich dann Recovery-Möglichkeiten.

Aber man braucht natürlich kein Windows um die Originalfirmware zu patchen. Der Firmwarepatcher läuft auch unter wine. Oder man patcht die Firmware von Hand unter einem *nix Betriebssystem. Ich würde allerdings dem Firmwarepatcher unter Windows oder wine den Vorzug geben.

Nachdem wir nun den Bootloader haben, ist der zweite Schritt ein RockBox-Image auf der Festplatte des IRiver abzulegen. Einfach einen aktuellen Build herunterladen, auspacken und auf der Platte ablegen. Das Image besteht aus zwei Teilen: Der Datei rockbox.iriver und dem Verzeichnis .rockbox. Beides gehört in das Hauptverzeichnis des IRiver (der Bootloader findet die rockbox.iriver Datei auch wenn sie im .rockbox Verzeichnis liegt). Ab jetzt bootet der IRiver mit RockBox. Falls man doch mal die Originalfirmware starten möchte, kann man beim einschalten des IRiver einfach die REC-Taste gedrückt halten.

Aber wie gesagt: Warum sollte man das wollen?

Rockbox WPSRockBox bootet etwa dreimal so schnell wie die Originalfirmware, RockBox kann das eingebaute Radio als Aufnahmequelle nutzen, RockBox hat konfigurierbare “while-playing-screens” (damit ist die Bildschirmanzeige während ein Lied spielt gemeint) jeweils für das Display am Gerät und das an der Fernbedienung, RockBox erhöht das Tempo beim scrollen durch lange Listen, RockBox kann jpg-Dateien anzeigen (z. B. Albumcover), RockBox spielt die Stücke nahtlos nacheinander (gapless), was man besonders bei Live-Aufnahmen sehr zu schätzen weiss, RockBox kann neben ogg und mp3 noch einige weitere Audioformate abspielen…

Bevor ich jetzt anfange zu sabbern während ich das alles aufzähle, schaut euch doch einfach den Feature-Vergleich an.

Als ich den IRiver gekauft habe sah es so aus, als ob das Gerät gut mit Firmware versorgt werden würde. Auf den Webseiten von IRiver gab es eine Aufstellung welche Features für die nächsten Versionen geplant sind und wann die jeweils nächste Firmware herauskommen würde. Leider waren das Ankündigungen, die niemals eingehalten wurden. Mit RockBox ist das nun egal geworden. RockBox ist Freie Software (GPL). Falls also die Menschen, die derzeit an RockBox arbeiten irgendwann einmal keine Lust mehr haben, kann jederzeit jemand anders weitermachen. Gute Software, die frei ist verschwindet nicht einfach! Da RockBox aber ein sehr aktives Projekt ist, muss man sich derzeit keine Sorgen in dieser Richtung machen, sondern kann einfach von Zeit zu Zeit auf http://www.rockbox.org/ vorbeischauen und staunen was das nächste Release an Neuigkeiten bereit hält.

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Freie Software: Comfort at your Fingertips!

Gerade in der neuen Ausgabe der Linux Weekly News gefunden: Die Open Clip Art Library “An Online Massive Open Source 2d Graphics Repository”.

Als Windows-Nutzer, der auch nur ab und zu mal etwas mit Grafik zu tun hatte kam man an CorelDraw einfach nicht vorbei. Und wenn man nicht unbedingt die aktuellste Version haben musste, konnte man das Programm auch als Feld-Wald-und-Wiesen-Heimanwender bezahlen. Als ich CorelDraw
noch benutzt habe, lag ich immer zwei Versionen hinter der aktuellen und war trotzdem noch zufrieden. Für einen immer noch stattlichen Haufen Geld hat man neben dem Programm einen unglaublichen Haufen ClipArts dazubekommen, sowie (und das war ziemlich wichtig!) ein fettes Buch, in dem all die ClipArts mehr oder weniger verständlich geordnet abgebildet waren. Im Grunde genommen war die ClipArt-Sammlung ohne das Buch nahezu wertlos. Irgendwann ist mir dann auch mal das Kleingedruckte im dem Buch aufgefallen, daß so in etwa besagte: “Sie dürfen diese ClipArts ausschließlich für den Privatgebrauch nutzen”.

Die Open Clip Art Library stellt Cliparts zur Verfügung, denen diese Beschränkung nicht anhaftet. Tatsächlich haften den dort veröffentlichten Clip Arts gar keine Rechte mehr an, denn das Projekt nimmt nur Werke auf, die Public Domain sind (ein kleiner Leitfaden von Creative Commons erläutert die Details). Ich persönlich fände eine “share alike” Lizenz, also eine, die Weiterverbreitung und abgeleitete Werke nur gestattet, wenn die ursprünglichen Rechte damit auch weitergegeben werden sinnvoller. Ein tolles Projekt, das sofort einen Platz in meinen Bookmarks gefunden hat ist es trotzdem!

CorelDraw hat mir lange Zeit sehr gefehlt nachdem ich auf Linux umgestiegen bin und alles was ich mit CoreDraw so gemacht hatte war verloren weil ich die Dateien ja mit keinem anderen Programm öffnen konnte. Irgendwann hat mir dann bei einem LUG-Treffen jemand von Sodipodi erzählt, einem freien Vektorgrafikprogramm, das SVG als Dateiformat benutzt. Das Userinterface von Sodipodi war in meinen Augen ziemlich umständlich, an Features hat mir auch so einiges gefehlt (Layers sind einfach ein must-have) und die Weiterentwicklung schien sehr langsam voran zu gehen. Aber es war ein Anfang. Schließlich kam einer der Vorteile von Freier Software zum tragen: Eine Gruppe von Sodipodi-Entwicklern hat sich abgespalten und basierend auf dem Sodipodi-Code ein neues Projekt begonnen: InkScape.

InkScape kann man nun tatsächlich als freien CorelDraw-Ersatz bezeichnen. InkScape ist ein noch sehr junges aber sehr lebendiges Projekt und was da mit jedem neuen Release an neuen Möglichkeiten aufgetischt wird überrascht mich jedesmal wieder!

Wir haben also ein freies, auf mehreren Platformen laufendes Vektorgrafikprogramm, das ein freies, standardisiertes Dateiformat benutzt und auch viele andere (auch proprietäre) Dateiformate schreiben und lesen kann.

Als nächstes (oder vielleicht auch schon als erstes) kommen einem dann Bitmapgrafiken in den Sinn, worauf die meisten Geeks wohl mit Gimp antworten werden. Gimp ist eines der Vorzeigeprojekt der Freien Software: Begonnen als Semsterarbeit von Spencer Kimball und Peter Mattis hat es so ganz nebenbei die inzwischen in vielen Projekten verwendete GTK Library (GTK = GimpToolKit) hervorgebracht. Nachdem die beiden ihr Studium beendet und sich aus dem Projekt zurückgezogen hatten übernahmen schnell andere die Weiterentwicklung. Wieder so ein Vorteil von Freier Software: Gute Software stirbt nicht weil die ursprünglichen Entwickler etwas anderes machen wollen.

Wir haben also ein freies, auf mehreren Platformen laufendes Bitmapgrafikprogramm, das ein freies, standardisiertes Dateiformat benutzt und auch viele andere (auch proprietäre) Dateiformate schreiben und lesen kann.

Bilder bereiten uns also kein Problem. Aber die Verbindung von Bildern und Text zu einem optisch ansprechenden Dokument, gemeinhin auch DTP genannt? Kein Problem! Da wäre zum einen OpenOffice als eine ineinander verzahnte Kombination (auch “Suite” genannt) ausTextverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbankanbindung (ein Datenbankprogramm als nativen Bestandteil der Suite gibt es in der nächsten Version), Präsentationsgrafikprogramm und Zeichenprogramm. Ursprünglich von der Hamburger Firma Stardivision als StarOffice entwickelt, wurde es (mitsamt der Firma) an Sun verkauft. Sun wiederum hat sich im Jahr 2000 entschlossen den Code einerseits als StarOffice zu vermarkten, andererseits aber ihn unter die LGPL zu stellen (und ihn damit effektiv zu Freier Software zu machen). OpenOffice ist die freie Variante aus deren Entwicklung sich Sun für sein komerzielles StarOffice bedienen kann. Die Motive dieser Codefreigabe waren sicher nicht rein altruistischer Natur, schließlich wird StarOffice/OpenOffice erst wieder in breiter Öffentlichkeit wahrgenommen seit der Code frei ist. Dennoch verdient Sun ein dickes Dankeschön!

Wir haben also eine freie, auf mehreren Platformen laufende Office Suite, die ein freies, standardisiertes und weit verbreitetes Dateiformat benutzt und auch viele andere (auch proprietäre) Dateiformate schreiben und lesen kann.

Tatsächliches DTP, im Sinne von “montieren von zuvor mit anderen Programmen erstellten Inhalten wie z. B. Texten und Bildern” bietet Scribus. Anfang 2001 noch als Ein-Personen-Projekt gestartet ist Scribus mittlerweile ein waschechtes DTP-Programm. Windows-Nutzer haben hier allerdings das Nachsehen: Einen Windows-Port gibt es nicht, Scribus läuft ausschließlich unter Linux oder Mac OS X. Ich vermute allerdings, daß ein Windows-Port durchaus machbar wäre, denn Scribus verwendet QT, ein multiplattform Toolkitt für C++.

Wir haben also ein freies, auf mehreren Platformen laufendes DTP-Programm, das ein freies, standardisiertes Dateiformat benutzt und auch andere Dateiformate schreiben und lesen kann.

Wer bis hierher durchgehalten hat und immer noch weiß, daß mir das alles in den Sinn gekommen ist weil ich einen Artikel über eine frei ClipArt-Bibliothek gelesen habe, kann sich ja mal Gedanken darüber machen warum um Himmels Willen man eigentlich noch proprietäre Software verwenden (für Heimanwender bedeutet “proprietäre Software verwenden” in den meisten Fällen ja “proprietäre Software klauen”) möchte.

Und weils so gut passt: Bei Groklaw gibt es diesen Artikel über das OpenDocument-Format und was die EU damit zu tun hat.

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