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I am Legend

February 17th, 2005

Der Omega Mann CoverIch habe heute eine DVD gekauft, zu der es eine etwas längere Hintergrundgeschichte gibt: Als ich noch klein (gemeint ist jung) war, gab es im Fernsehen häufiger den Film Der Omega Mann mit Charlton Heston. Nach einem mit biologischen Kampfstoffen geführten Krieg hat eine verheerende Seuche die Menschheit nahezu ausgerottet. Robert Neville, Forscher der Army der sich praktischerweise just in dem Augenblick, in dem er selbst infiziert wurde, daß von ihm entwickelte Gegenmittel spritzen konnte, hat überlebt und ist imun. Die einzigen anderen Überlebenden sind zu lichtempfindlichen Psychopaten mutiert, die die Seuche als Strafe Gottes für den technischen Fortschritt deuten und daher die Reste der Zivilisation vernichten wollen. So verbringt Neville die Tage damit durch das menschenleere Los Angeles zu streifen um die Mutanten zu finden und zu töten, während er sich des Nachts in seinem zur Festung ausgebauten Haus gegen ihre Angriffe erwehren muss. Schließlich findet er weitere Überlebende, die jedoch drohen ebenfalls Opfer der Seuche zu werden. Nevilles Blut und die darin enthaltenen Antikörper sind das Gegenmittel und so könnte die Menschheit nun von vorne beginnen. Gerade als die Gruppe Los Angeles verlassen will, um weit weg von den Mutanten und dem sinnlosen Kampf gewissermaßen eine neue Welt aufzubauen eskaliert jedoch die Situation.

Ich fand den Film immer toll und habe ihn geguckt sooft ich konnte und natürlich war das ein “must-have” als er auf DVD herauskam. Nur ist es leider manchmal etwas ernüchternd Filme mal wieder als Erwachsener zu sehen, die man in Kindertagen geliebt hat.

I am Legend CoverDer technische Fortschritt (Internetzugang, IMDB, Amazon) hat dafür gesorgt, daß ich irgendwann herausfand, daß der Film auf der 1954 von Richard Matheson geschriebenen Geschichte I am Legend basierte. Und diese Geschichte ist ein echter “Pageturner”! Auch hier hat eine Seuche die Menschheit ausgerottet. Der einzige Überlebende kämpft in erster Linie damit nicht den Verstand zu verlieren, in einer Welt, die ihm nach dem Verlust von Frau und Tochter nur noch tagsüber eintönige Routine und nachts den Kampf ums Überleben bietet. Die nächtliche Belagerung durch die zu nur noch instinktgesteuerten Vampiren mutierten Seuchenopfer, das morgendliche ausbessern des notdürftig befestigten Hauses, die Suche nach tagsüber hilflosen Vampiren, um sie zu töten. Und jede Nacht wieder die Gewissheit, daß die Zahl der Wesen vor dem Haus, die sein Blut wollen nur wächst und nicht kleiner wird. Schließlich trifft Neville bei seinen täglichen Streifzügen auf einen anderen Menschen, eine Frau, die von anderen Überlebenden erzählt. Neville muß jedoch feststellen, daß die anderen Überlebenden nicht so sind wie er erwartet hat.

Der Neville in dieser Geschichte muss sich seine Erkenntnisse über die Seuche erst mühsam erarbeiten und es gelingt Matheson sehr eindrücklich seine Einsamkeit und Verzweiflung zu vermitteln. Der Clou an der Geschichte ist jedoch, daß Neville am Ende feststellen muß, daß sich Normalität über die Mehrheit definiert und er, der tagsüber mordend durch die Straßen zieht, das Monster ist, vor dem sich eine neue Art Menschheit fürchtet.

Absolut lesenswert! Die Verfilmung mit Heston wirkt heutzutage auch ohne den Vergleich mit der Originalgeschichte nur noch wie die typische 70er-Jahre-Charlton-Heston-Masche. Im Vergleich mit der Matheson-Vorlage wird aber eben auch noch deutlich, daß es sich um eine absolut lausige Umsetzung des Stoffes handelt. Der Film hat trotzdem noch einen “besonderen Platz in meinem Herzen”. Ich habe sogar versucht andere damit zu beglücken, habe jedoch nur den müden Kommentar “Was findest Du bloß immer an diesem Zombie-Scheiß” geerntet.

Nun ist Der Omega Man aber nicht die einzige Verfilmung der Matheson-Vorlage: 1964, einige Jahre vor Night of the Living Dead wird hier Vincent Price von den Untoten belagert. Ich hatte von dem Film lange nur gehört, ihn schließlich endlich mal gesehen und ihn heute zufällig zum Kampfpreis von 6,99 € entdeckt. Obwohl er sich sehr eng an die Vorlage hält fängt der Film leider auch nicht die Stimmung des Buches ein.

Seit einigen Jahren kursiert jedoch ein Drehbuchentwurf von Mark Protosevich (der unter anderem das Drehbuch für “The Cell” geschrieben hat) für eine Neuverfilmung im Netz: http://www.horrorlair.com/scripts/legend.txt.
Das war scheinbar mal kurz vor der Verfilmung. So um 1999 herum hieß es Ridley Scott würde das Script mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle verfilmen und die beiden hätten sich schon gemeinsam
Drehorte angesehen. Damals war auch schon die Domain iamlegend.com reserviert. Dann spielte man mit dem Gedanken den Titel in American Legend zu ändern und statt Schwarzenegger sollte Kurt Russel den
Neville spielen (den ich mir in der Rolle auch deutlich besser vorstellen kann). Schließlich ist das Projekt eingeschlafen, was ich ziemlich schade finde, denn das Script hat mir außerordentlich gut gefallen.

Gerade eben habe ich noch einen weiteren Drehbuchentwurf gefunden, den ich noch nicht kenne: http://www.fortunecity.com/tattooine/clarke/38/scripts/IAmLegend.txt.
Vielleicht ist das Projekt ja doch nicht so tot wie ich dachte. Google hat gerade diese Seite zutage befördert auf der es heißt das Script würde sehr wohl verfilmt. Da dort aber nichts über irgendeinen Zeitrahmen steht ist es wohl ratsam sich weiterhin in Geduld zu üben und sich mit den gedruckten Versionen von I am Legend zu begnügen. Mir hat Protosevichs Version mindestens genauso gut gefallen wie die von Matheson und ich lese beide immer wieder gerne.

Die Content-Mafia hatte ein Einsehen

August 22nd, 2004

Gestern in der Stadt fällt mir die Dawn of the Dead DVD ins Auge und was steht da ganz oben auf dem Cover? “Exklusiver Director’s Cut”. Nun gbt es also doch die längere Version im Handel und das sogar vor der US-Veröffentlichung und mit einem besser aussehenden Cover. Liebe Content-Mafia, ich nehme alle unflätigen Äusserungen aus dem letzten Artikel zurück, das habt Ihr fein gemacht!

Die Content-Mafia: Dumm und Dümmer?

August 18th, 2004

Ich bestelle häufiger mal RC1 DVDs. So habe ich dann oft einen Film zuhause noch bevor man ihn hierzulande zu Wucherpreisen beim örtlichen Snackverkäufer mit Leinwand neben der Getränketheke (früher nannten wir das Kino) sehen konnte.

Den Rechteinhabern gefällt es natürlich gar nicht wenn man weiter oben in der Verwertungskette seinen Spaß abgreift, denn sie hatten ja geplant auch hierzulande erstmal alle an der Snackbar vorbeizutreiben um ihnen dann einige Monate später die DVD anzubieten (und am besten fünf Monate später noch eine Special-Edition mit ein paar Extras, die Lemminge wie ich dann natürlich unbedingt haben wollen).

Nun ist es ja nicht irgendein Sammlertrieb der mich zu der US-Version greifen lässt, mir ist einfach nur wichtig das der Original-Ton drauf ist und ich den ohne Zwangsuntertitel geniessen kann. Und das ich nicht einige Monate warten muss bis der Film hier zu bekommen ist spielt natürlich auch eine Rolle.

Es gibt aber tatsächlich Fälle (na sagen wir mal “wenigstens einen Fall”) in denen ein Film hier früher auf DVD erscheint als in den USA (ein amerikanischer Film wohlgemerkt!): Das Dawn of the Dead Remake. Krischan hat den Film ja verrissen, ich fand ihn jedoch klasse und hätte ihn gerne auf DVD.

Erscheinungstermin in Amerika: 05.10.2004
Erscheinungstermin in Deutschland: 19.08.2004

Ich war schon verwundert, daß wir hier mal früher dran sind als die Amis und hätte unter diesen Umständen ja großzügig mal zum inländischen Produkt gegriffen. Aber was machen diese Schwachmaten? Hier erscheinen zwei Versionen. Einmal die Kinoversion zum kaufen und dann noch der 9 Minuten längere Directors Cut exklusiv als Verleihversion! In Amerika kann man am 05.10. den Directors Cut kaufen.

Liebe Content-Mafia! Da seid ihr ausnahmsweise mal vor den Amis am Start…
und schafft es diesen Vorteil wertlos zu machen!

Ich kann mir nun lebhaft vorstellen wie vor den Monitoren eingeworfen wird “Meine Güte, wegen neun Minuten so ein Aufriss. Geh doch nach drüben wenn’s dir hier nicht passt”. Ich glaube auch nicht, daß die neun Minuten die Handlung substanziell ergänzen und sich da neue Einblicke in die tiefgründige Handlung ergeben. Wahrscheinlich teilt sich das auf viele Szenen auf, in denen man einfach noch ein paar zusätzliche Sekunden Gemetzel sieht. Was mir nicht passt, ist daß mal wieder ein schlechteres Produkt verkauft wird. Da ist die Verbreitung des DC in Tauschbörsen ja quasi Notwehr, denn Geld wollen sie dafür ja offenbar nicht haben. Dann kann man auch nicht jammern wenn die Kunden lieber woanders kaufen, in diesem Fall eben im Ausland (“Alle reden von Globalisierung, nur wir nicht! Ihre Filmindustrie”).

Ich hab jedenfalls meine RC1 von Dawn of the Dead schon vorbestellt und der deutsche Rechteinhaber kann mich mal… (schon klar, oder?)