Die Geekshow ist auf dem Planet Göttingen gelandet!
Posts Tagged Film
Klaatu barata nictu
Mar 18
Inglourious Basterds
Feb 16
Inglourious Basterds vom Meister des Pulp. Ab August 2009.
Göttinger Kinogeschichte(n)
Feb 12
Das Sterntheater in Göttingen spielt seit dem 01.01.2009 unter neuer Leitung und mit neuen Ideen. Eine echte Perle findet sich schon jetzt auf den Webseiten des Kinos: Ein sehr ausführlicher Aufriss der Geschichte des Sterntheaters und der Göttinger Kinos insgesamt.
Beim Lesen ist mir natürlich so manche Erinnerung in den Sinn gekommen. Meinen ersten Kinofilm überhaupt habe ich mit meinem Vater im Central gesehen: Der Räuber Hotzenplotz mit Gerd Fröbe.
Doomsday
Feb 1
Doomsday ist pures 80er-Jahre Kino mit modernen Mitteln: Man nehme Escape from New York und Mad Max 2, dazu ein wenig 28 Days later und noch ein Schuss Timeline. Nachdem ein tödliches Virus sich in Schottland ausbreitet, wird sicherheitshalber ganz Schottland mit einer unüberwindlichen Mauer vom Rest der Welt abgetrennt und sich selbst überlassen. Als sich 30 Jahre später in London das gleiche Virus verbreitet, entsinnt man sich der Hinweise auf Überlebende in Glasgow, die offenbar ein Gegenmittel gefunden haben müssen und schickt einen Trupp Soldaten los, um dieses Gegenmittel zu besorgen. Der Snake Plisken/Mad Max Charakter wird von Rhona Mitra gespielt, die nach sehr kleinen Rollen wie z. B. naked shower girl in Hollow Man nun den Weg in Hauptrollen gefunden hat und demächst in Underworld: Rise of the Lycans zu sehen ist. Alexander Siddig, der hier den britischen Premierminister spielt, dürfte vielen noch als Dr. Bashir aus Star Trek Deep Space 9 bekannt sein. Leider kann der Handlungsaufbau in keiner Weise mit der durchaus ansprechenden Optik mithalten. Andererseits guckt man solche Filme ja in der Regel auch nicht mit all zu hohen Ansprüchen und der Film hält was der Trailer verspricht. Insgesamt hat Doomsday Spaß gemacht und geht als leichte Unterhaltung gerade noch mit quergestelltem Daumen über die Ziellinie.
Resident Evil
Dec 29
Ja, mal wieder ein Zombie-Film. Mir ist auch schon aufgefallen, dass dieses Thema sich hier im Augenblick häuft. Resident Evil zeigt eine Gruppe Commandos, die in ein unterirdisches Hochsicherheitslabor eindringen, nachdem dessen Computersystem sich entschlossen hat den Komplex abzuriegeln und alle sich darin befindlichen Menschen zu töten, um die mögliche Ausbreitung eines extrem gefährlichen Virus, an dem dort illegalerweise geforscht wurde zu verhindern, da dieser sich durch einen Zwischenfall im Komplex verteilt hat.
Natürlich verläuft das nicht wie geplant und natürlich bleibt der größte Teil der Gruppe dabei auf der Strecke. Der Film ist sehr vorhersagbar und glänzt nicht durch überraschende Wendungen oder eine intelligente Hintergrundgeschichte, die sich langsam entfaltet und manchmal trägt er das Pathos ziemlich dick auf. Aber Resident Evil ist unterhaltsam und an keiner Stelle langweilig! Insofern hat er mir deutlich besser gefallen, als der vor kurzem gesehene Diary of the Dead. Nice-to-know: George Romero war ursprünglich mit dem Projekt verbunden und sollte das Drehbuch schreiben und Regie führen. Da sein Drehbuchentwurf nicht auf Zustimmung gestossen ist, hat man sich wieder von ihm getrennt. Nice-to-know Nummer 2: Ex Viva-Girlie Heike Makatsch zeigt sich hier von ihrer weniger lebendigen Seite.
Pans Labyrinth
Dec 28
Spanien 1944. Der Bürgerkrieg ist vorbei und Francos Faschisten sind an der Macht. Die 11-jährige Ofelia reist mit ihrer hochschwangeren und gesundheitlich angeschlagenen Mutter in die Berge, wo ihr Stiefvater Captain Vidal auf einem entlegenen Außenposten gegen Partisanen kämpft. Hier trifft sie einen Faun, der ihr erzählt sie sei tatsächlich eine Prinzessin und müsse drei Aufgaben erfüllen, um in ihr unterirdisches Reich, in dem ihr Vater, der König schon lange auf sie warte zurückkehren zu können.
Pans Labyrinth ist ein bildgewaltiger, märchenhafter, beeindruckender und zu Tränen rührender Film. Guillermo del Toro, der sowohl Regie geführt, als auch das Buch geschrieben hat, hat schon mit Filmen wie Blade II und Hellboy begeistert. Aber Pans Labyrinth stellt in mehrfacher Hinsicht das Überschreiten einer Schwelle dar. Keiner seiner vorherigen Filme wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen so gefeiert wie dieser. Neben zahlreichen Auszeichnungen gab es drei Oscars (nominiert für sechs), was um so beeindruckender ist, als dass es sich ja um einen “foreign movie with subtitles” handelt.
Wenn man mal Blade II und Hellboy (beide vor Pans Labyrinth entstanden) mit Hellboy II: The golden Army (direkt nach Pans Labyrinth gedreht) vergleicht, fällt auf dass der visuelle Stil del Toros so viel reichhaltiger und phantastischer geworden ist, dass hier geradezu ein kreativer Dammbruch stattgefunden haben muss.
Und Pans Labyrinth ist eindeutig ein Film, den man nicht mit dem Pöbel im Kino sehen will. Zwischen Natchofressern und Chipstütenknisterern, technischen Störungen und aufs-Klo-müssen-und-danach-noch-nen-drei-Liter-Eimer-Cola-holen-Heinis geht das Erlebnis dieses Films einfach den Bach runter.
Diary of the Dead
Dec 24
George Romeros Diary of the Dead ist so eine Art Night of the Living Dead meets the YouTube Generation. Wir treffen eine Gruppe Filmstudenten, die einen Horrorfilm drehen wollen. Während eines Nachtdrehs hören sie im Radio sehr beunruhigende Nachrichten, entschließen sich den Dreh abzubrechen und machen sich schließlich gemeinsam in einem Wohnmobil auf den Weg nach Hause. Dabei versuchen sie mit ihren Kameras das Geschehen um sie herum zu dokumentieren und stellen zwischendurch immer aktuelles Material online, um zu beweisen, dass die traditionellen Medien das Bild der Lage falsch wiedergeben.
Ebenso wie z. B. [REC] sieht der Zuschauer die Handlung durch die Kameras der Protagonisten. Allerdings wird das nicht konsequent durchgehalten. Die Bilder werden begleitet vom voice-over einer der Beteiligten, die Anfangs erläutert, dass sie sich entschlossen hat das gefilmte Material zusammenzuschneiden und Online zu stellen und sich ansonsten darin ergeht die Ereignisse rückblickend mit bedeutungsschwangeren Ausführungen zu kommentieren.
Und damit wären wir auch schon beim zentralen Problem von Diary of the Dead: Jede Menge Geschwafel, mit dem wohl vermittelt werden soll, dass die Mitglieder unserer kleinen Gruppe Tiefgang und eine durch die Extremsituation gewonnene Weisheit jenseits ihrer Jahre haben. Leider wird diese Wirkung tatsächlich nicht einmal annähernd erzielt. Stattdessen erfüllt man munter horrorfilmübliche Klisches:
- Zusammenbleiben ist doof. Wenn ich schon eine Steckdose findet, ist es wichtiger die Akkus der Kamera aufzuladen, als meinen Freunden beim suchen nach Nützlichem zu helfen. Sollen die doch brüllen was das Zeug hält, es reicht einfach mal hinterherzurufen, ob noch alles in Ordnung ist und ansonsten leise vor sich hin zu monologisieren wie furchtbar das doch alles ist.
- Der Film ist wichtiger als der Freund. Wenn direkt vor mir ein Zombie auf meinen Freund zutaumelt, ohne das der es merkt, versuche ich lieber den Bildausschnitt ruhig zu halten als einzugreifen, oder auch nur zu warnen. Es reicht sicher wenn ich hinterher laut und vernehmlich “Hopla” sage.
- Zusammenbleiben ist wirklich doof. Wenn eine von uns unter unserem Auto liegt und die Benzinleitung repariert und wir vermuten, dass irgendwie Zombies in die Scheune, in der wir uns befinden eingedrungen sind, gehen wir alle im Keller auf die Suche, lassen sie alleine und rufen ab und zu mal ein paar beruhigende Worte nach oben, damit sie sich keine Sorgen um uns macht.
- Perlenschnüre statt Türen! Warum sollten wir uns davon überzeugen, dass in dem großen Haus, in dem wir Zuflucht gesucht haben alle Türen verschlossen sind? Schließlich gibt es hier so viele Sicherheitskameras, dass man die Lage gut im Blick haben könnte. Aber dann müßte ja jemand auf die Monitore achten. Langweilig! Lieber weiter Alkohol trinken.
Die Liste könnte noch fortgeführt werden, aber ich glaube es ist klar worauf es hinaus läuft: Der Film ist einfach dumm! Die Handlung plätschert so ohne besonderen Spannungsbogen vor sich hin, die Protagonisten stolpern von einer Dummheit in die nächste und sind dabei äußerst Erkenntnisresistent. Visuell kann der Film durchaus gefallen. Im Gegensatz zu Filmen wie 28 Days Later… oder Dawn of the Dead 2004 sind Romeros Zombies keine schnellen Jäger. Vielmehr taumeln sie, gleichsam gegen die Leichenstarre ankämpfend, relativ ziellos durch die Landschaft, was aber durchaus für kraftvolle Bilder gut ist, die das Grauenhafte der Situation besser vermitteln als Kopfschüsse in Nahaufnahme. Die alleine retten aber keinen Film. Nachdem Land of the Dead schon eher negativ aufgenommen wurde hat auch Diary of the Dead es nicht geschafft mehr als Mittelmaß zu sein.
Wer also nur mal eben einen guten Horrorfilm sehen will, sollte von Diary of the Dead lieber die Finger lassen. Wer hingegen etwas Frustrationstoleranz hat und Neugierig ist was der Altmeister noch alles aus seinem Lebenswerk macht, der guckt ihn sich sowieso an. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass es auch mal wieder besser wird. Romero dreht gerade einen weitern, bisher noch unfertig als (Island?)…of the Dead titulierten Film.
Gisys Kinotip
Dec 21
Nein, gemeint ist hier nicht Gregor Gysi, sondern Christian Gisy, Vorstand der Cinemaxx AG. Herr Gisy beschreibt in einem Interview mit Spiegel Online wie man wieder Zuschauer ins Kino locken kann, trifft aber meiner Meinung nach nicht so richtig den Kern des Problems, weshalb ich hier widersprechen möchte.
Meine Damen und Herren wir freuen uns das Hauptereignis des Abends zu präsentieren. Es folgt eine Polemik.
Gisy: Nein. Wir wollen einfach die Leute abholen, die wirklich kinobegeistert sind. Und die sollen möglichst andere Leute mitziehen. Es ist ein weiteres Modell, Kino mit einem hochwertigen Produkt attraktiv zu machen – und in anderen Branchen ja durchaus üblich.
“kinobegeistert” dürfte ja wohl tatsächlich “filmbegeistert” meinen. Und wer filmbegeistert ist, dürfte seit geraumer Zeit in erster Linie “sehr enttäuscht” sein. Das hochwertige Produkt von dem er da redet ist vielleicht der Film, aber ganz bestimmt nicht der Kinobesuch als solches. Wenn wir mal annehmen ein guter Film sei wie ein gutes Essen, dass mit einem angenehmen Duft dafür sorgt, dass Appetit zu Hunger wird und einem das Wasser im Mund zusammenläuft, dann serviert uns das Kino dieses Essen häufig auf dem Mülleimerdeckel einer grünen Tonne im Hochsommer. Read the rest of this entry »
[REC]
Dec 21
In REC drehen die Reporterin Ángela Vidal und ihr Kameramann Pablo eine Reportage über die Nachtschicht in einer von Barcelonas Feuerwehrwachen und begleiten dabei zwei Feuerwehrleute zu einem Einsatz, bei dem es zunächst nur um eine Türöffnung geht. Am Einsatzort, einem Haus in der Innenstadt, warten bereits zwei Polizisten, die berichten, dass Nachbarn eine alte Frau in ihrer Wohnung hätten schreien hören, nun aber alles still sei. Nachdem die Wohungstür aufgebrochen wurde, treffen die Helfer die Bewohnerin in einem besorgniserregenden Zustand an: Zunächst nicht auf Ansprache reagierend, dann schreckhaft das Kameralicht meidend greift sie schließlich einen der Polizisten an und den beiden Feuerwehrleute und dem zweiten Polizist gelingt es nur mit Mühe den Verletzten von der alten Frau zu trennen. Und von diesem Zeitpunkt an verschlechtert sich die Lage zunehmend. Hilflos müssen die Bewohner zusehen, wie Polizei und Militär das Haus wegen einer Infektion versiegeln und niemanden mehr herauslassen. Weder Radio- und TV-Empfang, noch Telefon oder Handy funktionieren noch und unter den Eingeschlossenen machen sich Panik und Agression breit, während man versucht mit den vorhandenen Informationen ein Bild des Geschehens zusammenzusetzen. Nach und nach infizieren sich immer mehr Hausbewohner und verwandeln sich in blutrünstige Wilde während den eingeschlossenen langsam aber sicher die Optionen ausgehen.
REC wird die ganze Zeit ausschließlich aus der Perspektive des Reporterteams bzw. dessen Kameramann erzählt, was ein hohes Maß an Realismus suggeriert und den Zuschauer sehr dicht am Geschehen hält. Die Tatsache, dass der Film nicht synchronisiert, sondern im spanischen O-Ton mit englischen Untertiteln (ich habe die britische RC 2 Ausgabe) gehalten ist, hat für mich noch zusätzlich zum Eindruck von Authentizität, den die wackelige Handkameraperspektive sowieso schon vermittelt beigetragen. Die deutsche Ausgabe ist synchronisiert, die Synchronisation wird in einer Amazon-Rezension allerdings als sehr schlecht kritisiert.
Insgesamt ist REC für mich ein sehr runder Schocker, den anzusehen sich auf jeden Fall lohnt.
Im Februar 2009, passenderweise am Freitag den 13., wird ein Remake von Friday the 13th, einem der Klassiker des Teenieslasher Genres in die Kinos kommen. Der Teaser und der Trailer sehen schonmal sehr gut aus:
Wenn man sich heute mal die alten Filme ansieht, stellt sich ein hohes Maß an Langeweile ein, weil die Filme und ihre Bildsprache so gar nicht mehr zu den heutigen Sehgewohnheiten passen und eher ungewollte Heiterkeit auslösen. So hat z. B. die Hockeymaske erst spät in der Reihe ihren Platz vor Jasons Gesicht gefunden. Anfangs hat er sich noch mit einem simplen Sack über dem Kopf begnügt.

