Tabakwerbung ist geil und bringt Geld

Fr 14 April 2006
By tdk

Unter diesem Motto scheint sich die Bundesrepublik gegen den Versuch der EU zu sträuben ein generelles Werbeverbot für Zigaretten durchzusetzen (Deutschland verschleppt die Umsetzung einer europäischen Richtlinie zum Nichtraucherschutz). Nun fragt man sich wo dieser plötzliche Individualisierugswille der Bundesregierung wohl herkommt? Normalerweise ist es ja eher andersherum: Die Regierten sträuben sich gegen eine EU-Regelung, die ihnen unsinning, bösartig und sowieso gänzlich überflüssig erscheint und ernten von den Regierenden nur ein müdes Schulterzucken und beruhigende Worte in der Art "Das ist eine EU-Vorschrift, die wir in nationales Recht umsetzen mussten".

Ausnahmsweise verhält es sich hier aber mal andersherum.

Aber so weit Rauchen in Kneipen und Restaurants per Gesetz zu ächten, soll es ja zunächst noch gar nicht gehen. Erstmal geht es nur darum die Werbung fürs Rauchen nach dem Fernsehen und dem Kino auch aus Printmedien zu verbannen.

Da ich ja immer gerne bereit bin mal wild drauflos zu spekulieren, kommt hier meine ganz persönliche wilde Vermutung zu den wahren Beweggründen: Das von der Werbeindustrie eiskalt ins Feld geführte Argument der Arbeitsplätze die verloren gehen.

Wenn man an immer weniger Stellen dafür werben darf sich langsam umzubringen, braucht man auch immer weniger Leute, die sich schicke Kampangnen ausdenken, die dem Rezipienten suggerieren es sei eine gute Idee sich langsam umzubringen (und das man dabei jede Menge Frauen kennenlernent oder wenigstens verdammt gute Laune hat).

Nun ist aber ja Geld bekanntermaßen nicht alles. Wenn ausschließlich die Zahl derjenigen, deren Lebensunterhalt an einer Sache hängt für deren Zulässigkeit ausschlaggebend wäre, sollten wir als nächstes den Drogenhandel freigeben. Das würde dem Arbeitsmarkt eine deutliche Belebung verschaffen und die Verdienstmöglichkeiten selbst für ungelernte Berufseinsteiger sind traumhaft. Außerdem stehen eine Heerschar loyaler Stammkunden sowie viele gut qualifizierte Händler schon in den Startlöchern, um diesen Zukunftsmarkt zu gestalten.

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